Haushaltsrede von Monika Koros-Steigmiller

 

Sehr geehrter Herr Landrat Schmid,

 

sehr geehrte Damen und Herren,

 

genau kann ich mich nicht erinnern, aber vor mehr als 30 Jahren habe ich mir ein Buch gekauft, das mein junges Leben damals bis ins Mark erschüttert hat.

 

Es erklärte die Zusammenhänge zwischen arm und reich, und was wir ändern sollten, um nicht auf Kosten der Ärmsten der Armen zu leben.

 

Heute, 30 Jahre später, hat sich die Situation nur noch verschärft, und wir bekommen zunehmend die Ergebnisse zu spüren – Flüchtlinge aus aller Welt, sowohl aus Kriegsgebieten, aber auch aus Armut und Hoffnungslosigkeit.

 

Sehr gefreut hat mich daher, dass fraktionsübergreifend Einigkeit besteht, das wir als Kreis uns der Verantwortung gegenüber Flüchtlingen stellen müssen.

 

Deshalb wage ich es auch heute, dieses Thema noch einmal anzustoßen, - als

Zukunftsvision sozusagen. Um es auch von seiner zweiten Seite, der Ursache vom Entstehen der Armut - im Rahmen unserer Möglichkeiten anzugehen.

 

Denn faire Preise, soziale Arbeitsbedingungen, langfristige andelsbeziehungen, Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit, und der Schutz der Umwelt sind Themen ohne die wir keinen Handel, egal mit welchem Land der Erde, betreiben sollten.

 

Wir hätten als Landkreis die Chance „Faire Trade Landkreis“ zu werden, mit unserer Kreisstadt Biberach- als Faire Trade Stadt an unserer Seite.

 

Denn der Faire Handel erfüllt bereits heute in vielen Ländern der Welt diese Bedingungen. Es wäre ein schönes Zeichen, finde ich, zu der Geste des „Willkommen“ heißen noch die Geste des „Respekts“ hinzuzufügen.

 

Um Faire Trade-Landkreis zu werden sind 5 Kriterien zu erfüllen, die wir ohne weiteres mit etwas „good will“ und Engagement schaffen können – mit so vielen Bürgermeistern hier im Kreistag sowieso. Denn die Unterstützung der Städte und Gemeinden brauchen wir dringend dazu.

 

Deshalb meine Bitte an Sie Herr Landrat Schmid, und an sie liebe Kreistagsmitglieder, lassen Sie uns das Thema im Frühling zusammen anschauen, denn Zeit ist vergänglich, das habe ich die letzten 30 Jahre gemerkt, aber „Verantwortlichkeit“ nicht.

Und fairer Handel ist eine gute Möglichkeit die Lebens- und Arbeitsbedingungen in armen Ländern deutlich zu verbessern.

 

Im Eine Welt Laden in Biberach hängt ein schöner Spruch, der da lautet:

„Eure Almosen könnt ihr behalten, wenn ihr gerechte Preise bezahlt.“

Viele andere Themen haben wir gemeinschaftlich schon auf einen sehr guten Weg gebracht,- die Schulsozialarbeit, die Kleinkinderbetreuung, die Ausstattung der Schulen, und sogar einen Klimaschutzpreis haben wir als Landkreis erhalten. Den „European Energy Award“- ein Gütezertifikat für: „Nachhaltigkeit der Energie- und Klimaschutzpolitik“, - ein Weg den wir nicht mehr verlassen dürfen.

Nachhaltigkeit – ein Thema das uns sowieso durch alle Bereiche unseres Denken und Handelns begleiten sollte, in einem Jahrhundert in dem die Menschheit die 7 Milliarden überschreiten könnte, und Ressourcen endlich sind.

 

Nachhaltiger Tourismus, Nachhaltige Landwirtschaft und wohl überlegter Flächenverbrauch. Nachhaltige Verkehrspolitik, Nachhaltiges Bauen und Umbauen und so manches Thema mehr betrifft uns auch im Kreis.

Ja, und da es sowieso, wie mir scheint, zumindest auf Kreisebene, immer weniger speziell grüne, schwarze oder rote Themen gibt, und auch die Frauenthemen fast überall Einlass gefunden haben, dürfte es uns allen keine größere Mühe machen dieses eine kleine Wort „Nachhaltigkeit“ – bei allem Denken und Tun in den Vordergrund zu rücken.

Zum Schluss möchten wir, die Fraktion „Frauen in den Kreistag“, dem Haushalt zustimmen und uns noch herzlich bedanken,

bei ihnen, liebe Kreistagsmitglieder, für das gute Miteinander,

bei der Verwaltung, die im Hintergrund unglaublich viel Arbeit leistet,

bei Ihnen liebe Dezernentinnen und Dezernenten für die Verantwortung die sie für unseren Kreis und ihre Mitarbeiter tragen.

Bei ihnen Frau Bürkle und Herr Miller für die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit, und last but not least bei ihnen Herr Landrat Schmid, für die gute, stets auf Konsens ausgerichtete, Begleitung durch die letzten 5 Jahre, mit dem Wunsch meinerseits Sie auch im neuen Kreistag wieder hier zu haben.

Mit einem Spruch von J.W. von Goethe möchte ich enden.

 

Was immer du tun kannst,

oder träumst es zu können,

fang damit an.

Mut hat Genie, Kraft und Zauber in sich.

 

 

Haushaltrede 2013
Haushaltsrede 2013.pdf
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