Martina Höschele
Martina Höschele

„Die Mischung macht’s letztendlich“

 

Soziale und Jugendthemen sollen zwei Schwerpunkte der künftigen Kreistagsarbeit von Martina Höschele werden. Die Roter Kauffrau für Bürokommunikation ist Nachfolgerin von Christa Gruber. (Foto: Hänssle)

Von Michael Hänssle

ROT AN DER ROT Mit 27 Jahren ist Martina Höschele aus Rot an der Rot, die für die verstorbene Christa Gruber und damit die Frauenliste in den Kreistag nachrückt, künftig das jüngste Mitglied im Gremium. Im SZ-Gespräch erläuterte die Kauffrau für Bürokommunikation, wie sie die neuen Aufgaben angehen möchte.

Dass sie die jüngste Kreisrätin sein wird, erachtet sie als große persönliche Herausforderung, betont sie, für sich und auch für den Landkreis. Ihre Schwerpunkte sieht sie darin, dass sie die wichtigen Entscheidungen, die der Landkreis dieses Jahr wie auch 2013 treffen muss, mittragen wolle, was wohl auch im Sinne ihrer Vorgängerin gewesen wäre. Christa Gruber habe in ihren Augen eine hervorragende Kreistagsarbeit geleistet, die Martina Höschele in ihrem Sinne weiterführen möchte, im Interesse aller Bürger.

Tolles Frauenteam entstand

 

Dankbar zeigt sich Martina Höschele, dass ihre Vorgängerin und ihr Vorbild sie sehr früh in viele Entscheidungen mit eingebunden habe und nach ihrer Meinung gefragt habe. Christa Gruber habe sie quasi an die Hand genommen und sehr geprägt – politisch wie auch persönlich. Sie sei stolz, gemeinsam mit den Frauen vom Illertal im Wahljahr 2009 ein Direktmandat für die engagierte Listengründerin Christa Gruber geholt zu haben. Gemeinsam hätte man nach all der langjährigen und harten Arbeit ein tolles Team zusammenbekommen, das für und mit Christa Gruber immer dafür gekämpft habe, Gehör zu finden und in einer Männerdomäne standhalten zu können. Christa Gruber habe viel Kraft und Zeit dafür investiert, dass es Martina Höschele als ihre Pflicht ansieht, dies in ihrem Sinn so weiterzuführen.

In vielen persönlichen Gesprächen seien die zentralen Themen angesprochen worden, wie etwa die Kreiskliniken, „die auch der Frauenliste sehr am Herzen liegen“. Ebenfalls ein persönliches Anliegen sei ihr die Entscheidung über die Zukunft der Biberacher Rettungsleitstelle und die Fortschreibung des Nahverkehrsplanes mit Elektrifizierung der Südbahn.

Nicht vergessen wollte Martina Höschele die Kindertagespflege, was nicht nur den Kreis betrifft, sondern vor allem die Gemeinden vor schwere Aufgaben stellt, die auf Hilfen vom Kreis sowie auf Landeshilfen hoffen. Hier sei es wichtig, das sie über 2013 hinaus zur Verfügung stehen. In den Kindern liegt die Zukunft: Um der Jugend eine Perspektive zu geben, gehört eben auch, jungen Menschen Gehör zu verschaffen und sie zu unterstützen. Das sei auch immer das Ziel von Christa Gruber gewesen, das sie nun weiter verwirklichen möchte.

Zusammenhalt ist wichtig

Ihre ehrenamtliche Mitarbeit bei der Roter Feuerwehr will sie selbstverständlich nicht aufgeben. Denn ihre Kameraden seien einfach klasse und alle ein eingespieltes, engagiertes Team mit vielen jungen Leuten, „zu meinem Bedauern noch ohne weiblichen Nachwuchs. Das wird sich hoffentlich ändern“. Als sie eintrat, musste sie sich erstmal beweisen und integrieren, fügt aber gleich hinzu: „Ich behaupte jetzt einfach einmal ganz frech, es hat nicht geschadet, dass die Männer eine Frau in ihr Team bekommen haben. Einfach ist diese Mitarbeit zwar nicht, aber sie habe sie geprägt. Es habe immer wieder Phasen gegeben, in denen man gemerkt hat, wie wichtig Kameradschaft und der Zusammenhalt ist. Egal, ob Mann oder Frau.

Auf ihre künftige Gremiumsarbeit im Kreistag freue sie sich riesig, mit den altgedienten Kollegen und Kolleginnen gemeinsam eine Einheit zu bilden. Martina Höschele glaubt zwar, dass der Anfang nicht ganz leicht sei. Von Vorteil ist vielleicht, wenn junges Blut mit altem Blut zusammengemischt wird. Und einen Slogan, der ihr im Kopf herumspukt, lässt sie spontan folgen: „Junge Füchse, alte Hasen, die Mischung macht’s“. Das sei in ihrer beruflichen Umgebung so, in der Feuerwehrarbeit und werde wohl auch im Kreistag so sein. Ihr Credo: Nur gemeinsam ist man stark genug, die neuen Herausforderungen zu meistern

(Erschienen: 07.09.2012 20:25)

Quellehttp://www.schwaebische.de/region/biberach-ulm/ochsenhausen/stadtnachrichten-ochsenhausen_artikel,-Die-Mischung-machts-letztendlich-_arid,5313465.html