Presse 2015

Leserbrief zum Artikel in der EMMA Nr. 2/2015 „Frauenrat: Welche Rolle spielt er?“

Diese Frage stellen wir uns auch. Als Dachverband der kommunalen Frauenlisten Baden-Württemberg e.V. gehören wir dem Landesfrauenrat Baden-Württemberg an und haben mit dem Deutschen Frauenrat und deren merkwürdigen Positionen nichts, aber auch wirklich gar nichts zu tun. Der Frauenrat veröffentlicht im Namen von 56 Mitgliedern seine menschenverachtenden Positionen zum Thema Prostitution. Wir glauben nicht, dass die 56 Frauenverbände damit einverstanden sind, aber wo bleibt ihr Aufschrei? Warum lassen sie das zu?

In den anderen Ländern Europas schauen die Frauen auf Deutschland und verstehen diese deutschen Frauen nicht – mit Recht. Selbst das EU-Parlament hat im Februar 2014 mit der Forderung „Freier bestrafen, nicht die Prostituierten“ ein deutliches Zeichen gesetzt, aber der deutsche Frauenrat weiß es besser – aber nicht nur er- auch von den deutschen Politikerinnen sind wir mehr als enttäuscht.

Tja, wer weiß, welche Lobby da mit welchem Geld, welche Broschüren druckt?

 

Früher fuhr Mann nach Thailand, heute kommen Männer aus aller Welt nach Deutschland. Wir Frauen vom Dachverband der kommunalen Frauenlisten in Baden-Württemberg schämen uns in einem Land zu leben, das das größte Bordell der Welt ist. Wir fordern ein Prostitutionsgesetz nach schwedischen Modell (Bestrafung der Freier) und fordern die Frauenverbände und die Politikerinnen auf, endlich ihre rosarote Brille abzunehmen und der Realität ins Auge zu schauen: Prostitution ist kein Beruf wie alle anderen, sondern menschenverachtend.

 

Susanne Berger

Präsidentin

Dachverband der Frauenlisten Baden-Württemberg e.V.


Gleich zwei Aktionstage fallen in diesem Jahr zeitlich sehr eng aufeinander: Der Internationaler Frauentag am 8. März und der Equal Pay Day am 20. März. Mit unterschiedlichen Aktionen beteiligen sich die Mitglieder des Dachverbandes der Frauenlisten Baden-Württemberg e.V. an den beiden Tagen.  In Kirchheim unter Teck finden einen ganzen Monat lang vom 28. Februar bis 28. März die FrauenKulturTage statt mit vielen kulturellen, musikalischen und informativen Veranstaltungen. In Rottweil beginnt die Frauenwoche mit dem Weltgebetstag der Frauen am 06. März und findet am 13. März mit einem musikalischen Kabarett seinen Höhepunkt. In Berkheim im Illertal und in Walddorfhäslach findet am 12. März ein vergnüglicher Filmabend statt. Auch in Kehl, im Landkreis Freudenstadt und in vielen anderen Orten beteiligen sich die Frauenlisten um auf die noch immer herrschenden Missstände in der Gleichberechtigung aufmerksam zu machen. So gibt es zum „Tag der Roten Tasche“ Infostände u.a. in Kirchheim unter Teck, Ochsenhausen, Herrenberg, Kehl und Berkheim, denn noch immer verdienen Frauen deutlich weniger als Männer. „So lange es diese Ungleichheiten gibt, werden wir unseren Finger in die Wunde legen und mit unseren Aktionen darauf aufmerksam machen“,  so das Fazit der Präsidentin des Dachverbandes der Frauenlisten Baden-Württemberg Susanne Berger.


Presse 2013

Zum Tod von Kreisrätin Christa Gruber

Wenige Wochen vor ihrem 70. Geburtstag verstarb heute (20. August) Kreisrätin Christa Gruber nach langer schwerer Krankheit. „Die Nachricht vom Tod von Frau Gruber hat mich tief betroffen gemacht. Der Kreistag verliert mit ihr eine beeindruckende Persönlichkeit mit hohem Sachverstand.


 

In ihrer 13-jährigen Tätigkeit als Kreisrätin hat sie sich vor allem für die Menschen eingesetzt, die nicht im Rampenlicht stehen, die Unterstützung und Begleitung, aus welchen Gründen auch immer, brauchen. Sie war eine Frau, die sich einsetzte, die sich für die Sache engagierte, die sich Respekt verschaffte und von allen respektiert wurde. Ich kann mich noch sehr gut an die ersten Begegnungen mit ihr erinnern. Trotz zahlreicher persönlicher Schicksalsschläge stand sie immer wieder auf, blickte voller Zuversicht nach vorne und in die Zukunft. Vor allem wird mir die Bundesverdienstkreuzverleihung im Dezember 2011 in Erinnerung bleiben. Frau Gruber wird mir als Ansprechpartnerin im Kreistag und als sehr nahestehende Person fehlen. Ich mag es noch immer nicht glauben, dass sie nicht mehr unter uns ist. Mein Mitgefühl und meine tiefe Anteilnahme gilt den Angehörigen“, so Landrat Dr. Heiko Schmid zum Tod von Christa Gruber.

Hintergrund
Christa Gruber gehörte dem Kreistag seit 1999 an. Außerdem war sie 30 Jahre Mitglied des Berkheimer Gemeinderates. Für Ihr kommunalpolitisches Engagement wurden Sie 2005 mit der Goldenen Ehrennadel des Gemeindetags ausgezeichnet.

1999 gründeten sie die kreisweite Frauenliste „Frauen in den Kreistag“, zog in den Kreistag ein und erreichten 2009 sogar ein Direktmandant im Wahlkreis Illertal.

Ferner engagierte sie sich in zahlreichen Schulelternbeiräten und im Landeselternbeirat. Dafür erhielt Christa Gruber 1990 die Landesehrennadel. Des Weiteren nahm sie zahlreiche Ehrenämter auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene für die evangelische Kirche war.

Ihr ehrenamtliches und politisches Wirken würdigte der Bundespräsident im Dezember 2011 mit der Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.


Pressemitteilungen 2011 - Detailansicht

20.12.2011 16:17 Uhr

Christa Gruber erhält hohe Auszeichnung

In Anerkennung ihrer für Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste erhielt Christa Gruber aus den Händen von Landrat Dr. Heiko Schmid das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, kurz Bundesverdienstkreuz.


Landrat Dr. Heiko Schmid und Christa Gruber

Die Verleihung fand vor rund 100 geladenen Gästen am Montag, 19. Dezember 2011 in der Aula der Erolzheimer Realschule statt.

In seiner Laudatio hob Landrat Dr. Heiko Schmid die zahlreichen ehrenamtlichen und politischen Engagements für den Kreis, die Gemeinden Berkheim und Erolzheim, die Schulen im Illertal, die evangelische Kirche und das gesellschaftliche Leben hervor. Landrat Dr. Heiko Schmid wörtlich an Christa Gruber gewandt: „Neben all den politischen Ämtern und ehrenamtlichem Engagement sind Sie vor allem Mensch. Sie sind eine Frau, die sich einsetzt, die sich für die Sache engagiert, die sich Respekt verschafft hat und von allen respektiert wird. Sie sind eine Frau, die zuhören kann. Sie sind eine Frau, die harte Schicksalsschläge – Sie wissen alle was ich meine – hinnehmen musste und dabei nicht vergisst, dass das Leben weitergeht und in Gottes Hand liegt.“

Im Jahr 1990 erhielt Christa Gruber bereits die Landesehrennadel und für ihre 30-jährige Mitgliedschaft im Berkheimer Gemeinderat die Goldene Ehrennadel des Gemeindetags.

Die Grüße der Gemeinden überbrachten zwei lange Wegegefährten von Christa Gruber: Bürgermeister a.D. Günther Matheis und Bürgermeister a.D. Eugen Ruß. Für die evangelische Kirche sprach Pfarrerin Dorothee Sauer und dankte Christa Gruber für ihr Engagement im kirchlichen Leben. Susanne Berger, Präsidentin des Dachverbandes der Frauenlisten in Baden-Württemberg“ bezeichnete Christa Gruber in ihrem Grußwort als „ihre politische Mutter“. Ohne ihren persönlichen Einsatz wäre die Frauenliste nicht zustande gekommen.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von der Berkheimer Salonmusik sowie dem Posaunenduo Liane Häfele und Daniel Willburger.


 

 

 

 

Quelle: www.szon.de

Artikel vom 20.06.2009

Der schwarze Peter liegt bei den Wählerinnen

…bei nur sechs Frauen im Gemeinderat!

 

Ist ja spannend, wie man(n) bei Schuldzuschreibungen auf einmal von Wählerinnen und Wählern spricht.

 

Ansonsten wird in der Schwäbischen – selbst auf der Kinderseite (und dies ist bzgl. der Sensibilisierung der Kinder für eine differenzierte Entwicklung der Sprache und eine entsprechende Wahrnehmung unserer Welt von großer Bedeutung) - kaum eine geschlechterdifferenzierte Sprache genutzt.

 

Aber – bei Schuldzuweisungen findet man(n) auch die weibliche Form.

 

Ich bin der Meinung, dass Frauen und Männer gleichermaßen für dieses Wahlergebnis mit dem geringen Frauenanteil verantwortlich sind.

 

Männer sollten genauso Frauen wählen, wenn der Frauenanteil offensichtlich so gering ist wie in unserem Gemeinderat (und Kreistag).

 

Hier haben meines Erachtens die Männer sogar eine Bringschuld …weil sie über Jahrhunderte Frauen ausgeschlossen haben und auch heute noch wenig dazu beitragen, dass Frauen gewählt werden.

 

Elfi Eyssel

 

 



Quelle: www.szon.de

Artikel vom 24.03.2009

Große Mehrheit lehnt Gleichstellungsbeauftragten ab

 

KREIS BIBERACH (pel) Im Landratsamt gibt es voraussichtlich auch künftig keinen Gleichstellungsbeauftragten. Der Antrag auf eine solche Stabsstelle ist vom Verwaltungs- und Finanzausschuss mehrheitlich abgelehnt worden.

 

"Uns geht es wirklich um die Chancengleichheit - und nicht nur um die Geschlechtergleichheit. Wir wollen einen "Kümmerer". Jemanden der sich darum kümmert, dass alle Menschen die gleichen Chancen haben, privat, im Beruf, in der Schule, im Verein - einfach überall", so hatte Oberbürgermeister Thomas Fettback den Antrag der Fraktion "Frauen im Kreistag" zur Schaffung einer Stabstelle im Landratsamt für eine/einen Gleichstellungsbeauftragte(n) unterstrichen.

 

"Wir haben im Landkreis schon viel getan und machen weiterhin viel. Chancengleichheit ist bei uns kein Thema mehr, sondern eine Selbstverständlichkeit" so Landrat Dr. Schmid. "Diese Stelle ist in der heutigen Zeit ein Aushängeschild. Wir wollen mit diesem Antrag spitze werden", verdeutlichte Thomas Fettback das Anliegen.

 

Man sollte dieses große und umfassende Thema nicht in einen einzigen Topf werfen, waren sich die meisten Ausschussmitglieder einig. Chancengleichheit müsse in allen Bereichen Thema sein und sollte von allen Seiten her gelebt werden. "Chancengleichheit ist wichtig, wir tun unheimlich viel in unserer Stadt, wir kümmern uns in allen Bereichen darum", so Bürgermeister Roland Wersch.

 

"Wenn der politische Rückhalt fehlt, ist die Stelle sowieso verloren", verdeutlichte Sozialdezernentin Petra Alger die ablehnende Tendenz.

 

Nach einer langen und kontroversen Diskussion stimmten die Mitglieder des Verwaltungsausschusses mit zwei Stimmen dafür, der Rest war gegen den Antrag. Am Freitag soll im Kreistag weiter darüber verhandelt werden.

 

 



Quelle: www.szon.de

Artikel vom 24.03.2009

Ausschuss will keine Stelle

 

BIBERACH - Der Verwaltungsausschuss des Kreistags hat sich dagegen ausgesprochen, eine Stelle für eine Gleichstellungsbeauftragte oder einen Gleichstellungsbeauftragten einzurichten. Die endgültige Entscheidung darüber fällt das Plenum des Kreistags. Eingebracht hat den Antrag die Fraktion "Frauen im Kreistag".

 

"Uns geht es wirklich um die Chancengleichheit - und nicht nur um die Geschlechtergleichheit. Wir wollen einen "Kümmerer". Jemanden, der sich darum kümmert, dass alle Menschen die gleichen Chancen haben, privat, im Beruf, in der Schule, im Verein - einfach überall", unterstrich Oberbürgermeister Thomas Fettback den Antrag der Fraktion "Frauen im Kreistag" zur Schaffung einer Stabstelle im Landratsamt für eine Gleichstellungsbeauftragte oder einen Gleichstellungsbeauftragten. Der Antrag wurde von den Mitgliedern des Verwaltungs- und Finanzausschusses mehrheitlich abgelehnt.

 

"Wir haben im Landkreis schon viel getan und machen weiterhin viel. Chancengleichheit ist bei uns kein Thema mehr, sondern eine Selbstverständlichkeit", sagte Landrat Heiko Schmid. "Diese Stelle ist in der heutigen Zeit ein Aushängeschild. Wir wollen mit diesem Antrag spitze werden", verdeutlichte Fettback das Anliegen.

 

Man sollte dieses große und umfassende Thema nicht in einen einzigen Topf werfen, waren sich die meisten Ausschussmitglieder einig. Chancengleichheit sollte von allen Seiten her gelebt werden. "Chancengleichheit ist wichtig, wir tun unheimlich viel in unserer Stadt, wir kümmern uns in allen Bereichen darum", sagte Bürgermeister Roland Wersch. "Wenn der politische Rückhalt fehlt, ist die Stelle sowieso verloren", verdeutlichte Sozialdezernentin Petra Alger die ablehnende Tendenz.

 

Nach einer langen und kontroversen Diskussion stimmten die Mitglieder des Verwaltungsausschusses mit zwei Stimmen dafür, der Rest war dagegen. Am Freitag soll im Kreistag weiter darüber verhandelt werden.

 

 



Quelle: www.szon.de

Artikel vom 30.03.2009

Kreistag lehnt Gleichstellungsbeauftragte ab

 

LANDKREIS BIBERACH (hab) Auch der Kreistag hat am Freitag die Einstellung eines Gleichstellungsbeauftragten mehrheitlich abgelehnt. Der Antrag der SPD-Fraktion und der "Frauen in den Kreistag" war zuvor schon im Verwaltungs- und Finanzausschuss gescheitert.

 

"Wir wollen dem Antrag nicht zustimmen, um die Kreiskasse nicht weiter zu belasten", sagte Wolfgang Dahler (CDU). Und: "Die Politik des Kreistags war immer darauf ausgerichtet, Chancengleichheit zu gewähren." "Die Stelle ist wünschenswert, aber nicht notwendig, und ich möchte auch in Zukunft keinen weiteren Stellen zustimmen", sagte Elmar Braun (ÖGB) mit Blick auf die wahrscheinlich schon bald schwindenden Steuereinnahmen.

 

"Wir machen schon viel"

 

Thomas Fettback (SPD) verteidigte den Antrag mit Nachdruck. "Wir machen schon viel, aber wir wollen ein Mehr" sagte er und fragte, was denn ein Wirtschaftsförderer an Mehrwert bringe. "Sie werden nicht beweisen können, dass er sein Geld wieder einspielt".

 

Vor der Debatte hatte die Verwaltung versucht, die Diskussionen zu versachlichen. Sozialdezernentin Petra Alger hatte einige Begrifflichkeiten erklärt und Statistiken präsentiert. Rund 37 Prozent der Landkreise Baden-Württembergs hätten eine Gleichstellungsbeauftragte. Trotzdem lief die Debatte inhaltlich auseinander. Die Räte waren sich nicht darin einig, was der oder die Gleichstellungsbeauftragte überhaupt ist und was er oder sie leisten soll. "Es gibt in den Erwartungen und den Begriffsdefinitionen ganz unterschiedliche Vorstellungen", sagte Landrat Heiko Schmid.

 

 



Quelle: Schwäbische Zeitung

Leserbrief vom 30.03.2009

Vogel Straußpolitik geht leider weiter

 

Mit großer Betroffenheit habe ich den Artikel, „Große Mehrheit lehnt Gleichstellungsbeauftragte ab,“ gelesen. Seit Jahrzehnten beharrt der Kreistag immer wieder darauf, dass im Landkreis Biberach keine Gleichstellungsbeauftragte benötigt wird, weil hier schon so viel in dieser Richtung getan wird. Aber wir sind jetzt im Jahre 2009 angekommen und nicht 1975 stehen geblieben. Bitte stellen Sie mal dar, was in Sachen Gleichstellung wirklich getan wird.

Ich engagiere mich seit vielen Jahren frauenpolitisch und muss feststellen, dass sehr wenig getan wird und das, was getan wird, wird zum großen Teil ehrenamtlich geleistet. Diese Engagement braucht aber Unterstützung, damit es Überleben kann sonst gibt es bald keine Kümmererinnen mehr für die Gleichstellung.

Der Kreistag macht immer wieder den selben Fehler. Erst wird jahrelang ein Bedarf kategorisch geleugnet und dann kommt die Rechnung doppelt so hoch, weil gesunde Strukturen nicht rechtzeitig gestützt wurden. Wie z.B. in der Jugendhilfe und in der Schulsozialarbeit.

Der Verwaltungs- und Finanzausschuss, der diese Entscheidung zu verantworten hat, besteht aus 14 Kreisräten und einer Kreisrätin.

Außer der Vertreterin der Frauenliste hat nur ein Mann, der sich wirklich intensiv um die gesellschaftliche Aufgabe der Gleichstellung kümmert, dafür gestimmt. Schon das Missverhältnis der Besetzung des Ausschusses macht klar, wie dringend wir eine Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Biberach brauchen. Es müssen bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig berücksichtigt werden, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt.

 

Waltraud Riek

Sprecherin Frauenforum Biberach

 

 

 

 

Quelle: Schwäbische Zeitung

Leserbrief vom 30.03.2009

Verwaltungs- und Finanzausschuss des Kreistags

„Große Mehrheit lehnt Gleichstellungsbeauftragten ab.“

 

Man(n) staune – die große Mehrheit in unserem Verwaltungs- und Finanzausschuss besteht aus Männern (14 Männer und eine Frau)! Bei der Entscheidung stimmten

13 Männer gegen die Einrichtung der Stelle für Geschlechtergerechtigkeit / Chancengleichheit. Wie kann Frau und Mann das denn deuten?

 

Bei so viel Herrlichkeit ist ein Kümmerer bzw. eine Kümmerin angebracht.

Wer überprüft die scheinbar schon vorhandene Geschlechtergerechtigkeit - und Chancengleichheit in allen Bereichen? Welche Ziele wurden bisher im Einzelnen erreicht? Welche neuen Ziele stehen an? Wie wird die Öffentlichkeit informiert?

Wer betreut das gesamte System?

 

Geschlechtergerechtigkeit beginnt da, wo Ausschüsse geschlechtergerecht besetzt sind. Fifty : fifty – ein Traum? Frauen und Männer haben unterschiedliche Sichtweisen und nur im gemeinsamen Dialog können entsprechende Entscheidungen gemeinsam getroffen werden.

 

Erst wenn sowohl Männer als auch Frauen das so vertreten, brauchen wir uns darum nicht mehr zu kümmern.

 

Deshalb: Frauen wählen Frauen und Männer auch!

 

Elfi Eyssel

 

 

 

 

Freie Frauenliste feiert im Agenturhaus Biberach

Bericht von Gabriele Pöndl

„Zehn Jahre Frauen in den Kreistag“

 

Biberach – „Frauen wählen Frauen – Männer auch!“ Mit diesem Leitspruch startet die Frauenliste in den Wahlkampf zur Kreistagswahl im Juni 2009 und feiert ihr zehnjähriges Jubiläum mit der Ehrung von Christa Gruber. Zu diesem Festakt laden die Frauen der freien Frauenliste alle an Kommunal- und Frauenpolitik interessierten Frauen und Männer am Donnerstag, den 30. April um 19:30 Uhr ins Biberacher Agenturhaus in die Viemarktstrasse 1 ein.

 

Seit mehr als zehn Jahren kämpfen die Frauen für eine Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis und setzen sich dafür ein, dass im Biberacher Kreistag nicht nur Männer entscheiden. Diese Aufgabe ist nicht leicht zu verwirklichen, wenn man die Verteilung von Männern und Frauen im Kreistag betrachtet: 52 Männer und gerade mal acht Frauen entscheiden derzeit über die Belange des Landkreises.

 

Ohne die Frauenliste wären es nur noch fünf Frauen im Kreistag, denn Christa Gruber (66 Jahre, Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft aus Erolzheim), Christina Zinser (59 Jahre, Lehrerin aus Biberach) und Petra Fichtl (51 Jahre, OP-Schwester aus Langenenslingen) wurden nur über diese Liste gewählt. „Die Arbeit von uns ist gerade im Kreistag so wichtig“, erklärt Christina Zinser in ihrer ruhigen Art und führt weiter aus: „Wir Frauen haben oft eine andere Sichtweise bei sozialen und umweltrelevanten Themen.“ Daher setzen sich die drei ehrenamtlichen Kreisrätinnen in den Ausschüssen Verwaltung und Finanzen, Soziales und Kliniken, Jugendhilfe sowie Kultur und Schulen für die sozialen Belange von Frauen, Jugendlichen, Senioren und Menschen mit Behinderung ein.

 

Wer nun glaubt, dass Frauen selber Schuld sind, wenn sie sich nicht für die Kreistagswahl aufstellen lassen, der hat weit gefehlt. Auch auf den anderen Listenplätzen kandidieren seit Jahren immer wieder Frauen für die Kreistagswahl. Doch ihre Chance gewählt zu werden, ist minimal. Auf den ersten Plätzen versammeln sich Bürgermeister oder andere stadtbekannte Kommunalpolitiker, neben denen alle anderen Listenkandidaten einfach untergehen.


Jede Stimme auf der Frauenliste kommt Frauen zugute!

Die einzige Chance, dass mehr Frauen in den Kreistag kommen, ist eine eigene Fraktion zu bilden. Hier kommen alle Stimmen den Frauen zugute, während die Stimmen für Frauen auf gemischten Listen letztendlich nur zu einem besseren Ergebnis der Spitzenkandidaten führen. Aus diesem Grund haben Christa Gruber und Susanne Berger 1999 gemeinsam die Liste „Frauen in den Kreistag“ gegründet. Entgegen aller Unkenrufe der männlichen Kollegen hat die Frauenliste schon im ersten Jahr einen Platz im Kreistag erhalten. Fünf Jahre später waren es dann schon drei Frauen und auch in diesem Jahr müssen die Männer um ihre Plätze bangen, denn die Listenplätze der Frauen sind voll: 48 Frauen kandidieren in acht Wahlbezirken für die Kreistagswahl am 7. Juni.

Das ist ein Grund zum feiern! Mit Trommelmusik und musikalischen Intermezzi laden die Frauen zum zehnjährigen Jubiläum am 30. April 2009 um 19:30 Uhr ins Biberacher Agenturhaus ein. Der Festakt wird moderiert von Hildegard Ostermeyer, Christa Gruber erzählt die Geschichte der Frauenliste und wird am Abend für ihre Verdienste geehrt werden. Da sich nach zehn Jahren nicht nur äußerlich einiges geändert hat, werden an diesem Abend auch der neue Internetauftritt und die Flyer offiziell vorgestellt. Alle Informationen und Termine zur Frauenliste finden sie ab Donnerstag im Internet unter www.frauen-in-den-kreistag.de.

Und was wünscht sich die Gründerin der Frauenliste nach über 35 Jahren politisches und soziales Ehrenamt in der Region? Christa Gruber: „Ich wünsche mir, dass viele Frauen in den Kreistag gewählt werden – egal von welcher Fraktion und dass wir Frauen untereinander gut zusammen arbeiten.“